Vom Wald das Beste. – Nationalparkregion Bayerischer Wald

Ortsgeschichte

Gemeinde Frauenau

Frauenau liegt auf 650 Metern und sanft eingebettet im Tal der Flanitz – einem Bach, der im Rachelgebiet entspringt und in den Kleinen Regen mündet. Mit 1455 Metern thront der Große Arber als höchster Berg neben Rachel, Lusen und Falkenstein inmitten der aparten Mittelgebirgslandschaft. Neben den Höhenrücken bieten die „Schachten“, wie die Almen des Bayerischen Waldes genannt werden, und Hochmoore („Filze“) als einzigartige Naturdenkmäler faszinierende und nahezu mystische Erlebnisse für Wanderfreunde.

Die Gründung Frauenaus datiert ins Jahr 1324. Damals kam der Laienbruder Hermann vom Kloster Niederaltaich über Rinchnach ins „Tal der Wilden Au“ und begann, den dichten Wald zu roden. Nach Hermanns Tod 1326 errichtete Hartwig von Degenberg 1331 eine hölzerne Kapelle für ein als wundertätig beschriebenes Bild der schmerzhaften Mutter Gottes – und nannte den Talgrund fortan „Unserer Lieben Frauen Aue“. Hiermit begann eine über Jahrhunderte blühende Wallfahrt. Heute schmückt die ornamentreiche Rokokokirche das Zentrum Frauenaus. Sie zählt zu den schönsten Sakralbauten Ostbayerns.

Prägend für den Ort ist bis heute die Glasindustrie. Schon sehr früh lockte der Holzreichtum der Gegend die Glasmacher nach Frauenau und bereits 1420 wurde die erste Glashütte gegründet. 1568 erwarb die Familie von Poschinger eine Hütte, die sie bis heute in der weltweit längsten Familientradition, nämlich in 15. Generation, betreibt. Daneben fertigen die Glashütten Eisch, aus deren Schoß der international renommierte Künstler und Studioglas-Begründer Erwin Eisch stammt, und die Kristallglasfabrik Spiegelau – hervorgegangen aus der Glashütte Gistl – in Frauenau.